"Anarchic Optimism:
Abstract
Anarchischer Optimismus: The Napoleon of Notting Hill und Chestertons Haltung zu Gewalt
Heraldik ist sowohl eine Interpretation der eigenen Person wie eine Wahrnehmungsweise der Wirklichkeit, dies erweist insbesondere der Aspekt von Farbwahrnehmung und -beschreibung in mittelalterlicher Dichtung. Chestertons "Verteidigung der Heraldik" erlaubt unter diesen Gesichtspunkten eine Betrachtung chestertonischer Protagonisten und deren Weltwahrnehmung. Programmatisch geschieht dies im Napoleon von Notting Hill. Vor der Gefahr globaler Uniformität vollzieht sich die Auflösung eines Staatswesens in die unübersehbare Vielfalt von kleinen Stadt(teil-)staaten, von Symbolen und Zeichen, in ein archaisches und anarchisches Heldentum, Kämpfen und Sterben, dies aber vor dem Hintergrund optimistischer Selbstsicherheit des eigenen Wagens und Tuns. Die unsinnige Tat wird zum phantastischem Schmuck und Selbstverständnis, die sich einer pragmatisch-rationalen Versicherung entziehen. Die Kehrseite erscheint als Gewalt und Verbrechen. Chesterton nimmt dabei in Bezug auf Gewalteinsatz keine kritische Haltung ein. In seinen Romanen werden Kampf und Gewalt als heroische Ereignisse begriffen, die als Wagnis und intensiver Lebensvollzug dargestellt werden.
