Siebald, Manfred (2008):
""A Work of Creation Is a Work of Love": Schöpferische Liebe im Werk von Dorothy L. Sayers." Hybris und Heil: (Bio)ethische Fragen in phantastischer Literatur: Internationale Tagung am 3. und 4. Oktober 2008 in Aachen. Eds. Petzold, Dieter. Moers: Brendow. 173-189. Inklings-Jahrbuch; 26.
Article in Anthology
Abstract

In ihren Romanen, Dramen, Essays und Gedichten gestaltete Dorothy L. Sayers ideale menschliche Liebe als eine kontrapunktische Beziehung, in musikalischer Begrifflichkeit als eine Harmonie, die in der Unterschiedlichkeit musikalischer Stimmen begründet ist. Die Unterschiede zwischen Menschen beruhen darauf, dass Gott als der Schöpfer jeweils einzigartige Wesen geschaffen hat, die selber schöpferisch begabt sind. Menschliche Schöpfungen werden für sie zum Bild für die christliche Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit. Der schöpferische Gedanke steht dabei für den Vater, die schöpferische Aktivität steht für den Sohn und die in dem geschaffenen Werk wirksame Kraft für den Geist. Damit leistet Dorothy Sayers gleichzeitig einen Beitrag zum Verständnis der göttlichen Trinität und der menschlichen Kreativität, und sie zeigt, wie ihrer Auffassung nach die Liebe zwischen Menschen dann am besten gelingt, wenn sie sich ihrer Geschöpflichkeit und der Liebe des Schöpfers zu ihnen bewusst sind.


In her novels, dramas, essays and poems, Dorothy L. Sayers claimed that human love ideally is a contrapuntal relationship – a musical metaphor pointing to a harmony that depends on the difference between the individual melody lines. The differences between human beings originate in God's creating unique individuals who are gifted to be creative themselves. In a next step, human creations then become allegories of the Christian doctrine of the Trinity. The creative thought represents the Father, the creative activity corresponds to the Son, and the power inherent in the work to the Spirit. Thus Dorothy Sayers furnishes a mutual illustration of the divine Trinity and of human creativity, and she shows what she considers to be the prerequisite of an ideal human love: that men and women know about their being divine creatures who are loved by their creator.